Weihnachtsbomber: Inside Job-Verdacht erhärtet – 5.Kolonne schweigt
Als Erklärungsversuch, warum denn der den Behörden bereits als Terrorverdächtige bekannte und auf einer Terror-Watch-List stehende Umar Farouk Abdulmutallab überhaupt in die USA einreisen konnte, wurde die nach 9/11 bemühte “connect-the-dots”-Theorie wieder aufgelegt. Nach dieser habe man es versäumt, die vielen Hinweise miteinander in Verbindung zu bringen (to connect the dots), um so einen Anschlag verhindern zu können.
“US-Geheimdienstbeamte haben eingeräumt, dass die Regierung wissentlich Ausländer, deren Namen sich auf der Terror-Watch-List befinden, ins Land einreisen lässt, um ihre Bewegungen und Aktivitäten verfolgen zu können.” (CongressDaily)
“Ich sage Ihnen, wenn Leute ins Land kommen, die sich auf der Watch-List befinden, dass dies seinen Grund darin hat, dass wir uns so entschieden haben, weil wir sie aus dem einen oder anderen Grund hier haben wollen.” (CongressDaily)
Anfang November lernten die US-Geheimdienst-Behörden durch abgehörte Kommunikation von Al-Qaida Anhängern in Jemen, dass sich ein Mann namens “Umar Farouk” freiwillig für eine kommende Operation meldete. Im späten Dezember wurde in abgehörten Gesprächen von Al-Qaida in Jemen, die sich zuvor auf Attacken in der Region fokussierte, das Datum “25.Dezember” erwähnt, und es wurde vorgeschlagen, “nach Wegen zu suchen, jemanden raus [ins Ausland] zu bringen” oder “nach Wegen, Leute in den Westen zu schicken”, sagte ein hoher Regierungsbeamter.(…)
Besorgt über mögliche terroristische Attacken während der Weihnachts-Feiertage, traf sich Präsident Obama am 22. Dezember mit Top-Beamten der CIA, des FBI und des Department of Homeland Security, die eine Liste möglicher Komplotte gegen die USA, und wie die Behörden daran arbeiten, diesen Einhalt zu gebieten, durchgingen.” (Quelle)
Vielleicht hat man nun die “connect-the-dots”-Erklärung revidiert, weil einfach zu viele Hinweise vorlagen und die Glaubwürdigkeit dieser Erklärung damit mehr und mehr dahin geschwunden ist. Nun habe man Umar Farouk Abdulmutallab absichtlich ins Land gelassen, um an Informationen in Bezug auf mögliche Kontaktleute zu kommen. Man habe also nicht übersehen, dass es sich hierbei um einen Al-Qaida-Mann gehandelt hat, nur habe man nicht damit gerechnet, dass dieser eine Bombe bei sich trug.
Dass hier nicht einfach nur fahrlässig gehandelt wurde, zeigt eine weitere Wendung im Fall des Weihnachts-bombers, die nahe legt, dass mit Absicht eine gründliche Kontrolle verhindert wurde, und der Plot somit nicht bei der Kontrolle am Flughafen in Amsterdam aufflog.
So stand die Aussage der Haskells gegen die Aussagen des FBI und der niederländischen Behörden. In einem anderen Fall verhielt es sich ebenso. Die Haskells berichteten von der Festnahme eines jüngeren, ebenfalls indisch aussehenden Mannes nach der Landung des Flugzeugs in Detroit. Sprengstoff-Hunde hatten auf das Handgepäck des Mannes angeschlagen, dieser wurde nach einem Verhör festgenommen. Das FBI leugnete diese Darstellung zuerst vollkommen, behauptete dann, die Festnahme hätte sich auf einen anderen Fall bezogen und variierte seine Version ein halbes Dutzend mal. Schlussendlich musste man den Haskells doch Recht geben, andere Passagiere hatten deren Aussage inzwischen bestätigt.
Anschließend wurden die Passagiere in einer Halle untergebracht, natürlich mitsamt ihrem Gepäck. Erst dann kam man auf die Idee, mit Sprengstoffspürhunden das Ganze einer Überprüfung zu unterziehen. Und als die Hunde bei dem Handgepäck des jungen Mannes indischen Aussehens anschlugen, wurde dieser zum Verhör mitgenommen. Die Passagiere ließ man weiterhin mit den Gepäckstücken in der Halle sitzen!Allerdings gibt es ja bereits genug Belege in diese Richtung. Der letzte ist nun, dass auch die Aussage der Haskells bezüglich des indisch aussehenden Mannes am Flughafen in Amsterdam nun doch bestätigt wurde:
“Bundesbeamte sagen ABCNews auch, dass sie versuchen einen Mann zu identifizieren, der nach Aussagen von Passagieren Abdulmutallab dabei half, seinen Flug nach Detroit zu bekommen, nachdem er in Amsterdam aus Lagos, Nigeria, ankam.
Behörden hatten die Berichte der Passagiere anfangs abgetan, aber die Beamten sagen, dass man mehr und mehr überzeugt sei, dass der Mann eine Rolle spielte, um zu gewährleisten, dass Abdulmutallab “keine kalten Füße bekommt”. (Quelle)
Fassen wir zusammen: Al-Qaida unternimmt einen Anschlag mittels einer in eine Unterhose versteckten Bombe, die aber nicht explodieren kann, weil die Terror-Profis einen funktionierenden Zünder vergessen haben. Als Protagonisten suchen sie sich jemanden aus, der seit Jahren von den Geheimdiensten und Sicherheitsbehörden beobachtet und überwacht wird. Dessen Vater zu den reichsten Männern Afrikas zählt und über enge Verbindungen zu Nigerias Regierung und in den nigerianischen Militärisch-Industriellen-Komplex verfügt – und alleine schon deshalb besondere Aufmerksamkeit durch Geheimdienste genießt. Und “Al-Qaida in the Arabian Peninsula” (AQAP) begründet in einem Bekennerschreiben diesen Anschlag als Reaktion auf zwei vom US-Militär am 17. und 24. Dezember durchgeführte Operationen gegen mutmaßliche Al-Qaida-Camps in Jemen. Doch die Militäraktionen fanden erst statt, nachdem Abdulmutallab sich sein Flug-Ticket bereits gekauft hatte. Hat Al-Qaida in weiser Voraussicht gehandelt, oder hat da irgendein Geheimdienstmann etwas in seinem Kalender durcheinander gebracht?
Und als Pointe dieses eher als Witznummer anmutenden Vorgangs vor einer Woche dann natürlich das Bekenntnis vom Terrorfürsten himself, Osama Bin Laden. Und wie üblich findet sich in den deutschen Mainstream-Medien kein kritisches Wort über den offensichtlich inszenierten Vorgang. Und wenn Abdulmutallab eines Tages von einem US-Gericht schuldig gesprochen wird, woran kein Zweifel bestehen kann, schließlich gibt es offenbar bereits einen Deal mit den Behörden, dann werden die Terror-Spezies der Mainstream-Medien verkünden, dass die Welt nun ein kleines Stückchen sicherer geworden ist, weil ein Terrorist aus dem Verkehr gezogen wurde. Und gleichzeitig mit neuen Drohungen, wie beispielsweise mit der Atombombe, weiter Panik schüren.
Laut Senator John Ensign “bewegen sich die Vereinigten Staaten in eine Richtung, die die nationale Sicherheit unseres Landes bedroht”. Damit meinte er nicht etwa die Verweigerung von Grundrechten und Legitimation von Folter, sondern das genaue Gegenteil:
“Die Tatsache, dass man Umar Farouk Abdulmutallab seine Grundrechte vorlas und dass er einem zivilen Gericht unterstellt wurde, ist so verblüffend wie gefährlich.”(Quelle)
Der Fall Abdulmutallab wird also offenbar für die weitere Guantanamoisierung des US-Rechtssystems missbraucht. Dass der Angriff auf den Rechtsstaat und der Ausbau diktatorischer Verhältnisse weitgehend passiv von der Bevölkerung geduldet wird – oder gar mitgetragen, so befürwortete in einer US-Umfrage die Mehrheit Folter an Abdulmutallab – ist auch zu einem Großteil der Berichterstattung der Mainstream-Medien zu verdanken.
Die fünfte Kolonne
Dessen messerscharfe Analysen waren auch in meinem Blog schon einige male Grundlage für Hohn und Spott kollegiale Kritik. Diese Grundlage kann nun erweitert werden. Anlässlich von Osamas Bekennerschaft zum gescheiterten Attentat des Weihnachtsbombers schrieb Musharbash auf ‘Spiegel-Online‘:
“Der Qaida-Chef hat die Verantwortung für den Anschlagsversuch auf ein Passagierflugzeug in Detroit übernommen. Das Terrornetzwerk will so beweisen, dass es immer und überall zuschlagen kann. Berlin – Osama Bin Laden meldet sich zurück: Die neue Audio-Botschaft des Qaida-Chefs wurde an diesem Sonntag über den arabischen Satellitensender al-Dschasira verbreitet und beginnt mit den Worten “Von Osama an Obama”. Sie enthält ein Bekenntnis zu dem Anschlagsversuch auf einen US-Passagierjet in Detroit am ersten Weihnachtstag 2009.”
“Seine jetzige Botschaft ist in mehrfacher Hinsicht ungewöhnlich. Zum einen ist sie mit knapp zwei Minuten die wahrscheinlich kürzeste, die Bin Laden je abgesetzt hat. Zum anderen nutzt al-Qaida zur Veröffentlichung von Bin-Laden-Reden seit mehreren Jahren meistens die etablierten Publikationskanäle im Internet, namentlich Qaida-nahe Websites. Allerdings kommt es gelegentlich vor, dass Bin Laden seine Ansprachen zuerst an al-Dschasira schicken lässt.”
Tatsächlich finden die Osama zugeschriebenen Botschaften ihren Weg an die Öffentlichkeit nicht über “Qaida-nahe Websites” (nun, in einem gewissen Sinne schon…), sondern über das dem Pentagon nahestehende IntelCenter, welches auch auf diesem Blog schon Thema war. Das IntelCenter arbeitet eng mit SITE zusammen, welches früher für die Verbreitung von Al-Qaida-Videos zuständig war. Man lebt nicht schlecht vom Terrorismus. Und selbstverständlich vertreibt IntelCenter auch zu dem Weihnachtsbomber eine Wandkarte, für nur 29,95 US-Dollar (Click here to order). Was die Al-Sahab-Videos angeht, wie sich “Al-Qaidas-Medienabteilung” auch nennt, so will IntelCenter diese regelmäßig auf den von Musharbash genannten Al-Qaida-nahen, islamistischen Webseiten aufgefunden haben. Um welche Seiten es sich dabei handelt, verschweigt man aber lieber. Grund dafür kann kaum sein, dass man für diese Seiten keine Werbung machen will, denn schließlich ist IntelCenter DIE Werbeplattform für Al-Qaida und Co schlechthin, wie ein Überblick über die vertriebenen Videos deutlich macht. Das Verschweigen der Quellen lässt eher den Schluss zu, dass man deren Überprüfbarkeit verhindern will.
“Al-Qaida-in the Arabian Peninsula”, Januar 2009, SITE Inside (Quelle)Sobald man eine Videobotschaft auf einer der ominösen Seiten entdeckt hat, kommt ein IntelCenter-Logo drauf und wird dann über der Homepage gegen Entgelt an Medien, Terrorexperten und andere Interessierte vertrieben. Merkwürdig nur, dass die rus, die ja schon in im Internet virulent sind, bevor IntelCenter sie in die Hände bekommt, danach im Netz meist nie ohne das IntelCenter-Logo aufzufinden sind.
“Al-Qaida in the Arabian Peninsula”, Dezember 2009, Intel Inside (Quelle)Doch nun wieder zu Musharbash Analyse von Osamas Bekenntnis:
“Das Bekenntnis durch Bin Laden ist dennoch interessant, weil al-Qaida sich in der Regel keine gescheiterten Anschläge auf die Fahne schreibt. Das lässt zwei Schlüsse zu: Zum ersten betrachtet al-Qaidas Zentrale den Anschlagsversuch offenbar nicht als gescheitert, weil es dem Attentäter immerhin gelang, die Sicherheitsvorkehrungen an einem großen westlichen Flughafen (Amsterdam) zu überlisten.”
“Zum zweiten deutet Bin Ladens Bekenntnis darauf hin, dass die Zentrale den Anschlagsversuch ihrer Filiale im Jemen mit sich selbst in Verbindung bringen will. Zwar behauptet Bin Laden nicht, vorab Kenntnis von dem Anschlagsversuch gehabt zu haben. [Im Gegensatz zu den US-Geheimdiensten!] Aber indem er die vom Jemen aus geplante Attacke in die Qaida-Rhetorik “einbettet” und als Fortschreibung des 11. Septembers 2001 darstellt, benutzt er sie, um die internationale Terroragenda der Zentrale zu untermauern, die selbst in den vergangenen Jahren kaum Erfolge in dieser Hinsicht nachzuweisen hatte. Anders gesagt: Bin Laden versucht offenbar, aus den Aktivitäten der Terrorfiliale im Jemen Kapital zu schlagen. Das ist eher ungewöhnlich und könnte ein Indiz dafür sein, dass al-Qaidas Zentrale selbst findet, hinter ihrem Soll zu liegen.”
“Terror ist eine Strategie, die nicht nur aus den Anschlägen selbst, sondern auch aus ihrer rhetorischen Vor- und Nachbereitung besteht. Dafür ist Bin Ladens aktuelle Botschaft ein Beispiel. Sie ist glaubwürdig genug, um Anhängern und potentiellen Opfern zugleich das Gefühl zu geben, dass der nächste große Anschlag jederzeit stattfinden kann. Für al-Qaida gehört es zum Markenkern, international zuzuschlagen. Der muss erhalten bleiben. Das erklärt die Vereinnahmung des Detroit-Plots und die neuerliche Drohung gegen die USA durch Bin Laden.”
Es ist dieser unsägliche Unsinn, wie ihn Musharbash – der hier nur beispielhaft für viele Journalisten und Terrorexperten steht - regelmäßig via Spiegel-Online in die Welt hinausgöbelt, mit der die von ihm angesprochene Glaubwürdigkeit solcher Botschaften und damit die des Al-Qaida-Märchens von der islamistischen Weltverschwörung aufpoliert werden soll. Allerdings mit zunehmend bescheidenen Erfolg, wenn man sich die Reaktionen auf seinen Artikel im Spiegel-Forum anschaut.
Aber nicht nur in der Online-Variante, auch in der Printausgabe des ‘Spiegel’ wird der “unkritische Umgang” aufrecht erhalten. Ausgabe 2 vom 11.01.2010 enthält anlässlich des Detroit-Bombers einen dreiseitigen Bericht über den “neuen Bin Laden”, dem Prediger Anwar Al-Awalki. (Der Artikel ist auch online hier nachzulesen) Laut US-Ermittlern habe Al-Awlaki Abdulmutallab “indoktriniert” und sei einer seiner Ausbilder in einem Al-Qaida-Trainingscamp in Jemen gewesen.
Kein Wunder also, dass ‘Spiegel’ sich diesem Mann näher widmet. Und wie es sich für Desinformation gehört, werden Widersprüche konsequent ausgeblendet. Es soll ja bloß niemand der werten Leserschaft ins Stutzen kommen. Doch Musharbash trifft hier nur eine Teilschuld, der Artikel wurde zusammen mit Volkhard Windfuhr und Bernhard Zand verfasst.
“Im kalifornischen San Diego predigte er wenig später an der Ribat-Moschee. In dieser Zeit, irgendwann im Jahr 2000, lernte er Chalid al-Midhar und Nawaf al-Hamsi kennen, die im Jahr darauf, beim Anschlag vom 11.September, zu den 19 Flugzeugentführern gehörten. Der offizielle Untersuchungsbericht wird später vermerken, die beiden hätten Awlaki als religiöse Leitfigur akzeptiert und eine enge Beziehung zu ihm unterhalten.”
Dieser verdachterregende Sachverhalt wird im ‘Spiegel’-Artikel nicht nur ignoriert, sondern geradezu bewusst “bereinigt”, wenn es später etwa heißt:
“Die USA hatten den Scheich schon 2004 in ihre Liste der “globalen Terroristen” aufgenommen.”
Wie ein in den USA lebender Drahtzieher der 9/11-Anschläge es schaffen kann, dort nicht festgenommen zu werden, aber stattdessen ein-und auszureisen, um sich dann über Jahre im Land Londonistan aufhalten und seine Arbeit fortsetzen zu können, diese Frage kann der Spiegel-Leser sich gar nicht erst stellen. Dafür sorgen dann Musharbash und Kollegen. Denn die Antwort auf die Frage lässt ja nur einen logischen Schluss zu, dass es sich hierbei nämlich um einen Doppelagenten handelt bzw. jemanden, der einen besonderen Schutz vor den Strafverfolgungsbehörden genießt. Und das passt wohl nicht ins Schema mancher Terrorexperten und lässt sich schwer in ein Weltbild integrieren, dass sonst nur schwarz-weiß gestrickt und nach Gut und Böse aufgeteilt ist.
“Der jemenitische Journalist Abd al-Ilah Schai traf Awlaki Anfang Dezember in einem entlegenen Dorf, das er nicht nennen darf. (…) Awlaki habe ihm erzählt, er kenne den Attentäter Hasan aus seiner Zeit als Imam an der Dar-al-Hijrah-Moschee in Virginia. Er glaube sogar, er habe Anteil daran, dass Hasan vor acht Jahren zu einem strenggläubigen Muslim wurde. Der Mann habe ihm einfach “vertraut” “
Fazit: der Weihnachtsbomber Umar Farouk Abdulmutallab beweist nicht die Gefährlichkeit Al-Qaidas, sondern wie mittels einer – recht stümperhaften – Aktion unter falscher Flagge politische Interessen durchgesetzt werden können. Vom Umgang der immer noch ohne jedes Verfahren einsitzenden Häftlinge in Guantanamo, der Einführung neuer Überwachungstechnologien wie den Nacktscannern bis hin zur Eskalation des “War on Terror” in Jemen – der Weihnachtsbomber dient den Scharfmachern in Washington als Steilvorlage und Druckmittel, an der von den Neocons unter George W. Bush betriebenen Politik festzuhalten.
Statt vierte Gewalt zur Gewährung der Demokratie, sind sie die fünfte Kolonne zur Aushöhlung selbiger!
Quelle: Terrorexperte







